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Beratung in ungewohntem Setting

Das Pilotprojekt «Coaching Café» der Schuldenberatung Aargau-Solothurn macht in Zusammenarbeit mit Caritas Prävention in einem überraschenden und wirkungsvollen Rahmen.

 

Vom Beratungsraum zum Coaching-Café

Ein Mittwochabend im Herbst. Caritas-Markt Olten. In der Beletage des Ladens ist die Secondhand-Abteilung eingerichtet. In einer Nische steht ein Tisch mit vier Stühlen, umrahmt von Kinder-, Damen- und Herrenkleidern, Foulards, Raclette-Öfelis, Bettwäsche, Engelsfiguren, Rollschuhen oder Krokodilfinken. Am Tisch sitzt Simon Stöckli von der Budgetberatung Solothurn, einem Angebot der Schuldenberatung Aargau-Solothurn, und ordnet seine Unterlagen. Der Sozialarbeiter FH war bereits zwei Mal zu Gast im Caritas-Markt Olten, um Werbung für den heutigen Abend zu machen. Die Idee dahinter ist, Fachwissen in der Regelstruktur des Klienten weiterzugeben.

Elena Möri, Verantwortliche Prävention bei der Schuldenberatung Aargau-Solothurn: «Je tiefer das Budget, desto höher sollte die Finanzkompetenz ausfallen. Beratung bei uns im Büro ist für viele mit hohen Hürden verbunden. Darum wollen wir Schwellen senken, unser Gesicht zeigen. Den Klienten die Möglichkeit geben, unkompliziert und kostenfrei Zugang zu relevanten Informationen zu erhalten. Im Caritas-Markt in Olten wird genau diese Zielgruppe erreicht.» Astrid Bonsaver, Verkaufsleiterin des Caritas-Markts in Olten, bestätigt: «Ich fand, dass das Angebot grundsätzlich zu unserer Kundschaft passt und sagte darum gerne zu, einen Pilotanlass hier durchzuführen.» Simon Stöckli stellt Knabbersachen und Getränke auf ein separates Tischli; hängt im Caritas-Markt Wegweiser Richtung Beratungsnische auf; montiert das witzig gestaltete Plakat «Familienbudget» an einen Ständer und wartet gespannt, ob sich denn überhaupt jemand für sein Angebot interessiert. Auf rund zwei Stunden ist die offene Beratungszeit angelegt. Ab 17 Uhr ist er startklar.

 

Beratungsmauer durchbrochen

Eine Viertelstunde später ist der Fachmann bereits in seinem Element. Ein Klient legt dem Budgetberater ohne Umschweife seine Situation dar, zupft ein Dokument nach dem anderen aus seinem Rucksack, stellt Fragen über Fragen. Ruhig, sachlich, anschaulich gibt Simon Stöckli Antwort. Schon nähern sich weitere Interessierte. Ein jüngere und eine ältere Frau. Sie dürfen noch einen Moment im «Vorzimmer» verweilen, Chips und Jus geniessen. Simon Stöckli muss das Gespräch mit dem ersten Kunden auf den Punkt bringen, um auch für die Wartenden Zeit zu haben. Kaum sitzen die beiden Frauen, Mutter und Tochter, vor ihm, legen sie dem Berater ebenfalls ohne Umschweife ihre angespannte, finanzielle Situation dar. Und dies, obwohl in der Secondhand-Abteilung des Caritas-Markts reger Betrieb herrscht, Kundinnen und Kunden um sie herum in den Auslagen stöbern. Simon Stöckli bleibt konzentriert, vermittelt seine Tipps auf unterschiedliche Art. Denn Berater wie Klientel wissen: Auf dem Papier schauen die Ratschläge einfach aus. Aber es ist ein grosser Schritt, diese in die Realität umzusetzen. Es ist mittlerweile 18.30 Uhr. Der Caritas-Markt schliesst. Die Beratungsnische bleibt noch bis 19 Uhr in Betrieb. Kurz davor verabschiedet sich Simon Stöckli von seinen Kundinnen. Marktleiterin Astrid Bonsaver schaut vorbei, die beiden zeihen eine positive Bilanz. Simon Stöckli ergänzt: «Ich habe grossen Respekt vor diesen Ratsuchenden, weil sie in einem speziellen, ungewohnten Rahmen die Beratungsmauer durchbrochen haben.» Oder anders gesagt: Das Coaching-Café – eine Angebot, das eine Form von Fortsetzung verdient.  Text und Fotos: Carmen Frei


Aufgeschaltet am 29. Januar 2018
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